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Kalendersysteme - Die verschiedenen Lunarkalender


Der Lunarkalender oder Mondkalender ist ein am Lauf des Mondes orientierter Kalender.

Er basiert auf einem Mondjahr (Lunarjahr) und Mondmonaten: Für ein Lunarjahr mit 12 synodischen Monaten (Synodisches Mondjahr) oder 13 siderischen Monaten (siderisches Mondjahr) ergibt sich eine Länge von 354 bis 355 Tagen. Deshalb ist das lunare Jahr ca. 10 bis 12 Tage kürzer als das Sonnenjahr.


  • Islamischer Kalender
    - im Alltag weitestgehend durch den Gregorianischen Kalender ersetzt

    Der islamische Kalender ist in einigen islamischen Ländern neben dem gregorianischen Kalender in Gebrauch. Der islamische Kalender rechnet nach Mondjahren; er ist ein reiner Mondkalender. Die islamische Zeitrechnung beginnt mit dem 1. Muharram 1 AH (16. Juli 622), dem von der islamischen Tradition festgelegten Datum der Hidschra, der Auswanderung des Religionsstifters Muhammed aus Mekka. Im Iran und Afghanistan ist nicht der islamische, sondern der iranische Kalender in Gebrauch.

    Weil das Mondjahr kürzer als das Sonnenjahr ist, wandern die Monate im Laufe mehrerer Jahrzehnte durchs Sonnenjahr, bis sie wieder zur gleichen Zeit, gemessen am Sonnenjahr, stattfinden. Der Fastenmonat Ramadan kann deshalb in jeder Jahreszeit liegen. Für religiöse Zwecke ist in einigen islamischen Ländern ausschließlich die Beobachtung des Mondes entscheidend, andere Länder verwenden verschiedene astronomische Rechenweisen, um den Kalender im Voraus festlegen zu können. Daher kann der islamische Kalender in verschiedenen islamischen Ländern teilweise um 1 bis 2 Tage voneinander abweichen. Der neue Monat beginnt, wenn die Mondsichel nach Neumond wieder sichtbar ist (Neulicht).

  • Jüdischer Mondkalender
    - durch Lunisolarkalender ersetzt (siehe Lunisolarkalender)

  • Altrömischer Kalender
    - durch Lunisolarkalender ersetzt

    Der alte römische Kalender wurde vermutlich von den Griechen übernommen. Seine genaue Herkunft ist unbekannt. Die Tradition schrieb den Kalender Romulus, dem legendären Gründer der Stadt Rom, zu.

    In der Frühzeit der Römischen Republik wurden die Jahre nicht gezählt, sondern nach den regierenden Konsuln benannt. Seit dem 4. vorchristlichen Jahrhundert war eine Zählung ab der Einweihung des Jupitertempels im Jahre 507 v. Chr. üblich. Erst später wurden die Jahre "von der Gründung der Stadt Rom an" (lat. ab urbe condita, a. u. c.) im Jahre 753 v. Chr. gezählt. Im Römischen Kaiserreich wurden die Jahre zusätzlich noch per Anno Diocletiani (A. D.) gezählt; diese Abkürzung ist nicht identisch mit dem seit 525 n. Chr. gebräuchlichen Anno Domini (auch A. D.), und darf nicht verwechselt werden.

    In seiner ältesten Form war der römische Kalender ein Lunarkalender mit 10 Monaten, der bald darauf auf 12 Monate erweitert und schließlich durch den nach Julius Caesar benannten Julianischen Kalender abgelöst wurde.

Quellennachweis