Anglierung
Bezeichnet das Brechen der Kanten der Uhrwerksteile im 45-Grad-Winkel bei vollkommen gleich bleibender Breite der Brechungskanten.
Anker
Aus Stahl oder Messing hergestellter Teil der Uhrenhemmung, dessen Form einem Schiffsanker gleicht.
Appliken
Als Appliken bezeichnet man Striche oder Zeichen, aus Metallplättchen ausgestanzt und auf das Zifferblatt aufgebracht.
ATM
Einheit für die Bezeichnung der Wasserdichtheit einer Uhr. Bezieht sich auf den atmosphärischen Referenzdruck von 1013 Hektopascal oder 1 bar und bestimmt die Widerstandsfähigkeit einer Uhr auf einen Druck. Andere Bezeichnungen: 10 atm = 10 bar = 100 Meter.
Bandschliff oder Streifenschliff
Ein feiner, streifenförmiger Schliff zur Dekoration des Uhrwerks, der auf Platinen, Räderbrücken oder Kloben aufgebracht wird.
Brücke
Metallteil, in dem gewöhnlich mindestens ein Zapfen eines Drehteils der Uhr dreht. Die Brücke ist durch Füße auf der Werkplatte befestigt. Die Brücken werden gewöhnlich nach den Drehteilen bezeichnet, denen sie als Lager oder Stütze dienen, zum Beispiel: Federhausbrüke. Minutenradbrücke, Wechselradbrücke,...
Cabochon
Halbrund geschliffener Edelstein, der zur Zierde auf die Aufzugskrone gesetzt wird.
COSC
Die COSC (Offizielle Schweizer Chronometer-Kontrollstelle) verleiht den Titel "Chronometer" jeder Uhr, die der Kontrollorganisation vorgelegt wird und 15 Tage lang auf ihre Präzision und Gangstabilität in 5 Lagen bei unterschiedlichen Temperaturen erfolgreich geprüft wird. Die COSC ist eine gemeinnützige Vereinigung, die aus fünf Schweizer Kantonen hervorgeht: Bern, Genf, Neuenburg, Soleure und Vaud, mit Sitz in la Chaux-de-Fonds. Das Kontrollbüro der COSC befindet sich in Biel, Genf und Locle und führt an den vorgelegten Uhren offizielle Tests zur Ganggenauigkeit durch. Das Zertifikat wird für jede einzelne Uhr ausgestellt und gilt nicht für ein Modell oder eine Produktreihe.
Digitalanzeige
Anzeigeart, bei der die Ziffern auf beweglichen Scheiben liegen und durch Anzeigefenster angezeigt werden. Die Anzeige kann durch Flüssigkristallziffern oder durch elektrolumineszente Dioden erfolgen.
Dorn
Der Dorn ist ein spitzes Metallstück mit Gelenk, das in eines der Lederarmbandlöcher eingreift und, wie bei einem Gürtel, die Schnalle verschließt. In der Uhrmacherei spricht man von einem Armband mit Dornschließe.
Dreiviertelplatine
Eine große Räderbrücke, die das Werk zu drei Vierteln bedeckt. Gilt insbesondere als Markenzeichen der Marke Glashütte Original.
Drehbare Lünette
Am Uhrengehäuse befestigter Ring, der das Glas hält. Er dient dazu zusätzliche Zeiten einzustellen, wie z.B. die Dauer eines Vorgangs. Die einseitig drehbare Lünette kann nur in eine Richtung gedreht werden. Diese technische Besonderheit kann Gefahren vorbeugen, z.B. beim Messen von Tauchzeiten. Jeder Zwischenfall oder jedes falsche Manöver verringert die ursprünglichen festgesetzten Zeiten für Luftreserve oder Dekompression.
Duplex-Schwanenhalsfeder
Ist eine besondere Art der Feinregulierung der Uhr. Zwei Schwanenhalsfedern regulieren unabhängig voneinander den Gang der Uhr und die Zentrierung des Schwungsystems.
Einschalen
Das Einpassen und Befestigen des Uhrwerks im Gehäuse.
Federhaus
Aus einem gezahnten Rad und einem zylindrischen Gehäuse gebildete und durch einen Deckel verschlossene Einheit. Das Federhaus dreht frei auf einer Welle und enthält die Zugfeder, welche mit der äußeren Windung am Federhaus und der inneren Windung an der Federwelle angehängt wird. Das Federhaus greift in das erste Trieb des Räderwerks der Uhr ein; es dreht langsam; sein Drehwinkel in der Stunde schwankt zwischen einer Neuntel- und einer Sechstelumdrehung.
Frequenz
Die Anzahl Halbschwingungen pro Sekunde. Bei Quarzuhren beträgt die Frequenz im Allgemeinen 32.768 Halbschwingungen pro Sekunde. Sie wird üblicherweise mit Hz (Hertz) abgekürzt.
Gangdauer
Betriebsbereitschaft einer Uhr für die Zeit, die nach dem Vollaufzug bis zur völligen Entspannung der Triebfeder vergeht.
Gebläute Schrauben
Gehärtete Schrauben aus Stahl, die durch Erwärmen auf etwa 290°C entspannt werden, wodurch sie eine dauerhafte tiefblaue Farbe annehmen.
Genfer Sigel
Weiterer Stempel (Wappen von Genf), der von einer offiziellen Organisation der Uhrmacherschule in Genf auf Uhrwerken angebracht wird. Diese Uhrwerke müssen einer Reihe festgelegter Kriterien in Bezug auf Qualität und Fertigung entsprechen. Diese Auszeichnung wurde 1886 von der Stadt Genf eingeführt.
Gnomon / Zeitstab
Eines der ersten Zeitmessgeräte. Das Gnomon ist ein senkrechter, dünner Körper (Stab, Baum, Steinsäule, der Mensch selbst). Der von ihm auf die Erde geworfene Schatten diente der Zeitbestimmung. Das Gnomon ist der Vorläufer der Sonnenuhr.
Goldchaton
Goldringe, die die Lagersteine (Rubine) umfassen und in Räderbrücke, Kloben oder Gestellteile geschraubt bzw. gepresst werden.