Rohwerk
Nach der Definition von J.C. Nicolet ist das Rohwerk das Gerüst oder Gerippe, in dem sich alle Teile des Uhrwerks einer Uhr befinden. Das Rohwerk von Großuhren besteht aus 2 Werkplatten, während das Werk von Kleinuhren aus einer Werkplatte mit mehreren verschraubten Elementen, "Brücken" genannt, besteht. In alten Uhren besteht das Rohwerk aus zwei Werkplatten, welche mit vier Säulen verbunden sind.
Rotor
Ein drehbares Metallteil, das an seiner Außenseite ein Gewicht aus Schwermetall oder Gold trägt und auf der Rückseite des Werkes sitzt. Er dient dem automatischen Aufzug der Uhrwerkfeder bei Lageveränderungen der Uhr.
Saphirglas
Uhrglas aus synthetischem Saphir, das Aufgrund seiner hohen Härte kratzfest ist.
Satinierung
Ein Feinschliffdekor, dessen Bezeichnung seinen Ursprung im feinen Stoff Satin hat.
Schlag- /Läutwerk
Vorrichtung, die auf Verlangen oder automatisch läutet, um die Zeit anzugeben oder um zu einer vorprogrammierten Zeit zu wecken.
Schraubenunruh
Unruhreif mit Schrauben, welche der Unruh ein dekoratives Aussehen geben und die unkomplizierte Änderung des Trägheitsmomentes gestatten.
Schwanenhalsfeinregulierung
Eine Regulierungseinrichtung zur Einstellung des genauen Ganges der Uhr, bei der das Rückstellmoment für den Rückerzeiger zur genauen Justierung durch eine Feder erzeugt wird, die die Form eines Schwanenhalses hat.
Skelettierung
Aufwändige Finessierungstechnik, bei der Teile einer Uhr bzw. des Uhrwerks bis auf ihre tragende Grundsubstanz stark durchbrochen werden, sodass ein Einblick in das Werk und dessen Technik gegeben ist.
Sonnenschliff
Ein strahlenförmiger Zierschliff.
Spiralfeder
Sehr kleine Feder: die Seele einer mechanischen Uhr. Ihre Enden sind an der Unruh bzw. am Unruhkloben befestigt. Aufgrund ihrer Elastizität ermöglicht die Spirale eine gleichmäßige Schwingung der Unruh. Zusammen mit dem Trägheitsmoment der Unruh bestimmt ihre Länge die Dauer der Schwingung. Mit einer Vorrichtung kann ihre Länge verändert und somit ein Vor- und Nachgang reguliert werden.
Springende Stunde
Zeitanzeige in einem Zifferblattfenster, die sich alle 60 Minuten um einen Sprung vorwärts bewegt.
Sprungdeckel
Uhren (meistens Taschenuhren), die mit einem Deckel versehen sind, der das Glas schützt.
Stimmgabel
Kleines Metallelement mit zwei Armen, auf denen Kristallquarze angebracht sind, deren, durch einen Elektromagneten verursachte Schwingungen einen Sperrkegel antreiben, der wiederum Zahn für Zahn, 300- bis 720-mal pro Sekunde das erste Rad im Räderwerk bewegt.
Tachometer
Geschwindigkeitsmesser. In der Uhrenbranche ist es ein Chronograph oder Sportzähler, dessen Skala erlaubt, die Geschwindigkeit in km oder in einer anderen Einheit abzulesen.
Telemeter
Chronographen oder Sportzähler, deren Zifferblätter mit Telemeterskalen versehen sind, die eine Bestimmung der Entfernung eines Ortes aufgrund der Geschwindigkeit des Schalls in der Luft ermöglichen.
Tourbillon
1801 von A.-L. Breguet ersonnene und patentierte Vorrichtung um die Gangabweichungen durch die Erdanziehungskraft auszugleichen. Sie besteht aus einem Drehgestell, das das Regulierorgan (Unruh und Spirale) und die Hemmung trägt. Der Hemmungstrieb dreht um das Sekundenrad, das starr ist. Die Rotationsbewegung aller Teile um die Achse des Gestells (eine Umdrehung /Minute) kompensiert Auswirkungen von Reibungen und nicht perfekt ausgeglichener Komponenten oder Abweichungen durch die Erdanziehungskraft, wenn sich die Uhr in vertikaler Lage befindet.
Unruh
Bewegliches, üblicherweise ringförmiges Stück in einer Uhr, das auf seiner Rotationsachse schwingt. Die mit dem Stück verbundene Spirale verursacht eine Vor- und Zurück-Bewegung und teilt die Zeit in exakt gleiche Abschnitte. Jede dieser Vor- und Zurück-Bewegungen ("tick-tack") wird Schwingung genannt. Die Schwingung besteht aus zwei Halbschwingungen. Besteht aus einem kreisförmigen von Armen gehaltenen Organ (Ring). Mit der Spirale ist sie das Regulierorgan einer Uhr.
Vulkanisieren
Bei der Vulkanisierung werden Kautschuk und Schwefel bei sehr hohen Temperaturen erhitzt. Es entsteht dabei ein Produkt mit homogener Struktur, das unempfindlich gegenüber Temperaturschwankungen ist und Uhrenarmbänder flexibler und widerstandsfähiger macht.
Weltzeituhr
Vierundzwanzigster Teil eines Universaltages, der um Mitternacht auf dem Ausgangsmeridian in Greenwich beginnt. Das System der Zeitzonen arbeitet mit der Weltzeituhr und ersetzte 1884 im Anschluss an die Konferenz in Washington die Zeitzonen durch die Ortsmeridiane. Durch dieses System wird die Erde in vierundzwanzig Zeitzonen eingeteilt, die ausgehend vom Ausgangsmeridian in Greenwich jeweils fünfzehn Längengrade umfassen. Frankreich rechnete bis zum Jahr 1911 nach seinem eigenen Ortsmeridian in Paris.
Werkplatte
Platte, welche die verschiedenen Teile des Werks und die Brücken trägt. Auf die untere Seite der Werkplatte wird üblicherweise das Zifferblatt gelegt. Die Werkplatte enthält Löcher für die Schrauben und kleine Aushöhlungen für die Rubinlager, auf denen das Räderwerk dreht.
Zifferblatt
Metallischer oder sonstiger Teil mit verschiedenen Angaben: den Stunden, Minuten und Sekunden... Es besteht eine große Vielfalt an Zifferblättern im Hinblick auf Form, Verzierung, verwendetes Material.
Zinnflachpolitur
Mittels eines Zinnstabes werden Uhrwerksteile aufwändig von Hand poliert, bis sie völlig eben und hochglänzend sind.
Zugfeder
Energiequelle der Uhr. Gehärtetes, blau angelaufenes Stahlband (auch aus Sonderstahl), das im Innern des Federhauses eingerollt ist.