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Juweliere fordern Schutz vor skrupellosen Räuberbanden

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Immer wieder werden Juweliere in Deutschland überfallen. Diese schlagen deshalb Alarm und fordern mehr Schutz und bessere Strafverfolgung. Aber auch die Ladeninhaber stehen in der Pflicht.

„Juwelier überfallen“ oder „Juweliergeschäft ausgeraubt“ – es sind Schlagzeilen, die in deutschen Tageszeitungen immer wieder zu lesen sind. Nach Ansicht des Bundesverbandes der Juweliere, Schmuck- und Uhrenfachgeschäfte e.V. (BVJ) muss dagegen nun endlich etwas unternommen werden. Der Verband sieht deshalb gerade die Kommunen, Länder und Bund in der Pflicht und fordert in einer aktuellen Mitteilung einmal mehr höhere Investitionen in den Schutz der Bürger.

 

„Die Politik ist mehr denn je gefordert, Sicherheit in den Innenstädten zu gewährleisten.“, sagt Joachim Dünkelmann, Geschäftsführer des BVJ. „Mehr Polizeipräsenz, eine verbesserte Ausstattung der Strafverfolgungsbehörden und Änderungen im Datenschutz sind längst überfällig. Es muss verhindert werden, dass deutsche Einkaufsstraßen zum Selbstbedienungsladen für organisierte Kriminalität und gewalttätige Räuberbanden werden.“

 

 

Opfer bewusst in Kauf genommen

Die aktuelle Kriminalstatistik des Internationalen Juwelierwarndienstes listet für das Jahr 2014 insgesamt 685 Straftaten und Tatversuche auf Uhren- und Schmuckgeschäfte auf. Der BVJ sieht dabei einen Trend, dass vermehrt Geschäfte mit Uhren und Schmuck während der Öffnungszeiten überfallen werden, sodass Mitarbeiter und auch Kunden verletzt werden.

 

Gerade die steigende Zahl der gemeldeten bewaffneten Überfälle bezeichnet der Verband als höchst besorgniserregend. Allein Ende 2015 schlugen Tätergruppen bundesweit in Städten wie Braunschweig, Freiburg, Gunzenhausen, Köln, Magdeburg, Osnabrück, Villach oder in Marl zu.

 

Oftmals mit Äxten und Reizgas bewaffnet,  stürmten Tätergruppen während der Öffnungszeiten in die Geschäfte. Vielfach ohne Vorwarnung wurden dabei von den Tätern schwere Verletzungen von Anwesenden durch den Einsatz von roher Gewalt, Reizgas und Pfefferspray in Kauf genommen. „Es geht hier nicht um Sachwerte, sondern den Schutz von Leib und Leben“, stellt Dünkelmann klar. „Die Bedrohung ist real und akut. Wenn unbescholtene Bürger nach einem Überfall im Krankenhaus landen, kann an der Dringlichkeit der Lage kein Zweifel bestehen. Von den psychischen Spätfolgen für die Betroffenen ganz zu schweigen.“

 

 

Mehr Schutz gefordert

Aus Sicht des Verbandes ist es deshalb unabdingbar, dass mehr in die personelle und technische Ausstattung der Polizei investiert wird. So müsse gerade die Verfolgung der laut Ermittlungsberichten oftmals osteuropäischen und südosteuropäischen Tätergruppen grenzübergreifend geschehen, heißt es weiter.

 

Auch den Abbau bürokratischer Hürden mahnt der Verband an. „Die Juweliere haben massiv in Sicherheits- und auch Überwachungstechnik investiert. Es kann aber nicht sein, dass wir Beweismittel wie Bild- und Filmaufzeichnungen aus Datenschutzgründen nicht verwenden können. Wenn Täterbilder von Überwachungskameras der Juweliere in der Branche nicht als Warnhinweise an Kollegen verbreitet werden dürfen, ist das absurd“, stellt der BVJ-Geschäftsführer Dünkelmann fest.

 

Seiner Ansicht nach müssen vor allem die gültigen Datenschutzregeln verändert werden, behindern diese doch die Strafverfolgung. „Heute müssen Aufzeichnungen von Sicherheitskameras schon nach kurzer Zeit gelöscht werden“, bemängelt Dünkelmann. „Aufnahmen der Tatvorbereitung und vom Ausspähen der Geschäfte gehen so unwiderruflich verloren. Wenn Datenschutz zum Täterschutz wird, muss das Gesetz korrigiert werden.“

 

 

Prävention schützt

Neben der Forderung nach einem verbesserten institutionellen Schutz  raten Präventionsexperten den Geschäftsinhabern jedoch dazu, die Sicherungsmaßnahmen in den Läden weiter zu verbessern.

 

Bedenkt man, dass Einbrüche in Schaufenster sowie Trickdiebstähle und Raubüberfälle die häufigsten Taten oder Tatversuche in der Schmuck- und Uhrenbranche sind, kommt der  Internationale Juwelierwarndienst zum Schluss: Mit der entsprechenden Sicherung können die Schäden reduziert werden. Denn rechne man die Einbrüche in Eingangstüren dazu, die in der Absicherung der Schaufenster entsprächen, könnten laut Juwelier-Warndienst 83 Prozent der Taten und Versuche erheblich reduziert werden.

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