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Vom Turm an den Arm

Obertorturm Bad Camberg

Den „einen“ Erfinder der Uhr gibt es nicht. Vielmehr ist die Geschichte der Zeitmessung ein fortwährender Erfindungsprozess, in welchen die Innovationen aus vielen Jahrhunderten mit einfließen. Schon im Altertum versuchte man, anhand von Sonnenuhren oder Wasseruhren den Tag genauer einzuteilen. Doch erst mit der Erfindung der mechanischen Uhr setzte ein regelrechter Technologieschub ein. Wurde das mittelalterliche und neuzeitliche Leben hauptsächlich vom Glockenschlag der Turmuhren bestimmt, trägt heute durch eine fortwährende Miniaturisierung fast jeder seinen Zeitmesser am Handgelenk.

Die Geburt der mechanischen Uhr

Das „Einfangen der Zeit“ in Form eines Zeitmessers lässt sich bis in Altertum zurückverfolgen. Waren es anfänglich Sonnen- oder Schattenuhren, die dazu dienen sollten, den Tag in bestimmte Abschnitte einzuteilen, begann mit der Erfindung der Wasseruhr im 16. Jahrhundert v. Chr. in Ägypten die himmelkörperunabhängige Zeitmessung. Gleichzeitig waren diese Wasseruhren durch ihren Aufbau die Vorläufer der mechanischen Uhr.

 

Bis diese erfunden wurde, vergingen jedoch noch einmal 2.500 Jahre. Erst im Mittelalter gelang es, mechanische Uhren herzustellen. Doch mit der mechanischen Uhr ist es wie mit der Uhr an sich: Der genaue Zeitpunkt der Erfindung lässt sich ebenso wenig bestimmen wie deren Erfinder. Die erste urkundliche Erwähnung einer Uhr stammt zumindest aus dem Jahr 1335 und belegt die Existenz einer Uhr im Palast der Visconti im italienischen Mailand.

 

Dass sich diese Zeitmesser zumeist in Kirchen oder Kirchtürmen befanden, verwundert nicht, sind doch die frühesten europäischen Uhrmacher Mönche gewesen. Die ersten von ihnen konstruierten Zeitmesser sind die Räderuhren gewesen. Sie verfügten über ein Gehwerk, welches aus verschiedenen Zahnrädern konstruiert wurde. Meist mussten sie zweimal am Tag nachgestellt und aufgezogen werden, um ihre Ganggenauigkeit zu gewährleisten. Von den Klöstern und Kirchen aus fand die Uhr in immer mehr Städten in Europa Verbreitung. So wurde das damalige Leben durch die Glockenschläge der Kirch- oder Stadtturmuhren geprägt: Gebetszeiten, die Öffnung oder das Schließen der Stadttore konnten beispielsweise dadurch angezeigt werden. Der vornehmlich religiösen Nutzung der Uhren, in Form der Turmuhren,  folgte die weltliche Zeitmessung in der Neuzeit. Was folglich nur durch eine Miniaturisierung möglich gewesen ist.

 

Die Miniaturisierung der Uhr

 

Die technische Weiterentwicklung in den kommenden Jahrhunderten ließ die Uhren nicht nur ausgefeilter, sondern auch kleiner werden. Eine regelrechte Miniaturisierung im Uhrenhandwerk setzte ein. Was vor allem auch damit zusammenhing, dass gerade in besser betuchten Kreisen eine Uhr, in Form einer Wand- oder Tischuhr, zu einem notwenigen Accessoire und Einrichtungsgegenstand wurde. Dank der Erfindung der Pendeluhren war es aber auch Naturwissenschaftlern nun möglich, anhand dieser präzisen Zeitmesser Experimente durchzuführen.

 

Schon im 16. Jahrhundert entstanden erste Kleinstuhren. Sie wurden an Hals oder Gürtel getragen. Diese klassische Uhrmacherei erreichte um 1800 ihren Höhepunkt, bevor dann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts allmählich die industrielle Produktion einsetzte. Nun konnte sich fast jeder eine Taschenuhr oder aber eine Wanduhr für Zuhause leisten. Die Uhr wurde somit zum Massenprodukt. Ein neuerlicher Wandel fand dann in der Armbanduhr ihren Ausdruck.

 

Als einschneidendes Ereignis zur Einführung und Verbreitung dieser Uhrenform ist der Erste Weltkrieg anzusehen. Sogenannte Soldatenuhren waren weit verbreitet. Mit extragroßen Zahlen und Zeigern und einem Schutzgitter ausgestattet, waren sie für die speziellen Ansprüche im Schützengraben entwickelt worden. Nach dem Krieg setzte weltweit der Siegeszug der Armbanduhr ein. Und so ist von der poppig bunten Plastikuhr über das funktionale Quarzmodell bis hin zur mechanischen Armbanduhr als teures Luxusprodukt heute alles erhältlich, was sich der geneigte Uhrenliebhaber wünscht.

 

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