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Wie funktioniert die Uhr? Der Goldchaton

Uhrwerk mit Goldchaton

Das Innere einer mechanischen Uhr besticht durch seine Komplexität und dem Zusammenspiel unzähliger einzelner Bauteile. Ihre Funktion kennen aber nur die Wenigsten. Oder wissen Sie, was ein Goldchaton ist?

Was mich als Uhrmacher an Uhren so fasziniert? Die Komplexität. Gerade bei mechanischen Uhren, die aus so vielen kleinen Einzelteilen bestehen, zeigt sich, dass das Innere einer Uhr ein hochkomplexes System ist.

 
Bereits einfache Uhrwerke bestehen aus mehr als 200 Einzelteilen. Kommen noch diverse Komplikationen ins Spiel, schnellt die Zahl der Bauteile in den vierstelligen Bereich.
Jedes Teil in diesem System hat seine Aufgabe. Wenn eines nicht funktioniert oder aber nicht mit der nötigen Präzision gefertigt wurde, wird der gesamte Zeitmesser aus dem Takt gebracht und geht dadurch letztendlich nicht mehr.

 
Doch welche Funktion haben die einzelnen Bauteile? Dass es Lagersteine wie Rubine gibt, und dass diese zur Verringerung der Reibung, aber auch zur Minderung des allgemeinen Verschleißes dienen, haben viele vielleicht schon einmal gehört. Andere Bauteile hingegen sind selbst Uhrenliebhabern unbekannt. Oder wissen Sie etwa, welche Funktion einem Goldchaton zukommt?

 

Was ist ein Chaton?

Ein Chaton ist eine ringförmige Metallfassung, in welcher die Lagersteine für die Wellenzapfen gefasst sind. In der Regel können sie aus Messing oder aber auch aus Gold gefertigt sein. Der Name stammt aus dem Französischen und bedeutet Ringfassung.

 
Um zu verstehen, warum es diese Bauteile überhaupt in einem Uhrwerk gibt, lohnt ein Blick zurück. Bevor es mittels der Feinmechanik möglich war, die Lagersteine einer Uhr in gleichbleibender Qualität und Präzision zu schleifen, diente das Chaton als Vermittler zur Bohrung. Geringe Abweichungen konnten so ausgeglichen werden, um ein präzise laufendes Räderwerk zu gewährleisten.

 
Noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts konnten Rubine nicht so präzise in Form gebracht werden, dass sie passend zum Lagerloch waren. Um das Problem zu lösen, wurden um die Steine die Chatons angebracht. Nicht selten waren diese aus Gold, denn das weiche Metall besticht durch seine Anpassungsfähigkeit. Mit zwei oder drei Schrauben wurden die Chatons dann in den Löchern der Uhrwerks-Platinen befestigt. Durch das verwendete Gold waren Chatons früher oft Merkmale hochwertiger Uhren.

 
Und auch bis heute hat sich dies nicht geändert, obwohl diese speziellen Uhrenteile eher der Zierde dienen. Durch die heutige Fertigungspräzision bei der Produktion der Lagersteine setzt man diese Fassungen nun vorwiegend als optische Verzierung ein. Gerade hochwertige Uhrenmanufakturen verwenden Chatons aus reinem Gold, um die Exklusivität ihrer Uhren zu unterstreichen.

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