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Wie funktioniert die Uhr? Drehrichtung der Uhr

magazin-uhrzeigersinn-unsplash-Sonja-Langford

Oft sind es die einfachen Dinge, die man nicht hinterfragt. Oder haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, wieso sich die Zeiger einer Uhr rechts herum drehen? In meinen neuen Beitrag zu „Wie funktioniert die Uhr?“ möchte ich darauf Antwort geben.

Als Uhrmachermeister und Geschäftsführer von UHR.DE erwischt man mich in punkto Uhren selten auf dem falschen Fuß. Kürzlich jedoch hatte ich auf Anhieb keine Antwort parat, als mir die Frage gestellt wurde, wieso sich eigentlich die Zeiger einer Uhr rechts herum drehen. Da meine ganze Faszination aber der Welt der Uhren gilt, forschte ich natürlich nach. Ich fand die spannende Antwort und fasste den Entschluss, dazu einen Beitrag über die Drehrichtung der Uhr für meine Serie „Wie funktioniert die Uhr?“ zu schreiben.Sucht man eine Antwort, warum sich die Zeiger einer Uhr rechts herum drehen, muss man als allererstes mit der Suche da beginnen, wo die Menschen anfingen, die Zeit zu messen. Bereits vor mehr als 4000 Jahren ist dies gewesen.Und wie machten die Menschen dies damals? Sie nutzten die Sonne. Erste Sonnenuhren gab es nachweislich bereits im alten Babylonien. Ihr Prinzip war – und ist bis heute – einfach: Ein Stab im Boden wird von der Sonne beschienen. Grob lässt sich daran die Uhrzeit ablesen. Ein simples Prinzip, welches auf dem Lauf der Sonne basiert. Dieser ist immer gleich: Die Sonne geht im Osten auf, wandert Richtung Süden und geht im Westen unter. Beobachtet man nun den Fortlauf des Schattens, erkennt man, dass dieser  – genau wie die Sonne – rechts herum wandert. Zumindest ist dies auf der Nordhalbkugel der Erde so der Fall, auf der Südhalbkugel verhält es sich genau andersrum.

Uhren drehen rechts herum

Angetrieben von einem komplizierten Räderwerk wurden die ersten mechanischen Uhren im Mittelalter in Europa erbaut – genaugenommen ist dies in Italien um 1300 gewesen. An Kirchtürmen oder Rathäusern angebracht, erhielten die Menschen dadurch die Möglichkeit, ihren Tag noch besser zeitlich einzuteilen. Bei der Entwicklung der mechanischen Uhren bediente man sich dem Prinzip der Sonnenuhr und zwar in dem Maße, als dass man bei der Frage, in welche Richtung die Uhr laufen muss, die Sonnenuhr und deren Drehrichtung zum Vorbild nahm.So erklärt sich aus dem geographischen Umstand, dass die mechanischen Uhren in den Metropolen auf der Nordhalbkugel erfunden wurden, warum sich die Zeiger einer Uhr rechts und nicht links herum drehen. Anzunehmen ist jedoch, dass wenn die mechanische Uhr auf der Südhalbkugel erfunden worden wäre, der Lauf der Zeiger heute ein anderer wäre. Denn statt von links nach rechts, wandert die Sonne – und somit auch der ihr Schatten – dort von rechts nach links.Und dies ist gar nicht so abwegig. Als Zeichen gegen die einstigen Kolonialherren entschied sich die Regierung in Bolivien 2007 dafür, dass in dem Andenstatt zukünftig die Uhren an öffentlichen Gebäuden gegen den Uhrzeigersinn laufen sollen, um damit die „Identität des Südens“ zu stärken.

Bild: Sonja Langford

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