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Wie funktioniert die Uhr? Gebläute Bestandteile der Uhr

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Im Zuge der Verfeinerungen und Veredlung von Uhren setzen Uhrenhersteller auch auf das Bläuen von Werkteilen. Was es damit auf sich hat, klärt ein neuer Beitrag unserer Serie „Wie funktioniert die Uhr?“.

Für Menschen, die eine, sagen wir mal „normale“ Einstellung zu einer Uhr haben, ist es mit Sicherheit schwer nachzuvollziehen, dass es Zeitgenossen gibt, die förmlich in ihrer Begeisterung für ausgefallene Zeitmesser aufgehen. Diese freuen sich mitunter über die aufwendigen Verzierungen oder Finissierungen der Uhr, und dass, obwohl man diese meist gar nicht sehen kann.

 

Als Uhrmachermeister jedoch muss ich im Hinblick darauf auch immer wieder feststellen, dass gerade für solche Uhrensammler nicht nur die Marke oder das Design beim Kauf einer Uhr ausschlaggebend sind, oftmals entscheidet es sich eben an den scheinbaren Kleinigkeiten. Wie zum Beispiel an gebläuten Werkteilen wie Schrauben oder Wellen.

 

Ein schönes Beispiel gebläuter Uhrzeiger präsentiert die Bruno Söhnle Episode III Herrenuhr.

 

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Herstellung gebläuter Uhrenteile

Wenn man in der Uhrenindustrie vom „blaumachen“ spricht, ist damit nicht das unerlaubte Fernbleiben von der Arbeit gemeint. Unter dem Bläuen versteht man vielmehr den Vorgang, Stahlteile wie Schrauben, Zeiger, Federn, Wellen mittels kontrollierter Oxidation blau zu färben.

 

Dazu wird eine Eigenschaft des Kohlenstoffstahls ausgenutzt, nämlich, dass dieser bei bestimmten Temperaturen, seine Farbe verändert. Bei Normaltemperatur ist er gräulich, erhitzt man ihn jedoch, wird er bei 220 Grad Celsius Hellgelb, Gelbbraun bei 245 Grad, Braunrot wiederum bei 265 Grad und eben Blau bei ungefähr 290 Grad. Erhitzt man den Stahl jedoch über eine Temperatur von 310 Grad Celsius hinaus, nimmt der Stahl wieder die graue Ursprungsfarbe an.

 

 

Arten des Bläuens

Erreicht wird diese Färbung in speziellen Bläuungsöfen. Diese werden auf eine Temperatur von um die 290 Grad Celsius vorgeheizt. Anschleißend werden zum Beispiel die zu bläuenden Schrauben hineingegeben und unter ständiger Bewegung erhitzt.

 

Beobachtet man diesen Vorgang, erkennt man, dass die Schrauben zuerst gelblich werden und dann innerhalb kürzester Zeit sich weiter verfärben, bis sie letztendlich die gewünschte blaue Farbe erhalten.

 

Variiert man diesen Vorgang in Zeit und Temperatur, so kann man ganz unterschiedliche Blautöne – von Hellblau über Kornblumenblau bis zu Dunkelblau – erhalten. Abgeschlossen wird der Vorgang, in dem die gebläuten Teile nach dem Erhitzen in einem Ölbad abgeschreckt werden. Dass diese Prozedur Fingerspitzengefühl erfordert und unter ständiger Beobachtung durchgeführt werden muss, braucht man, denke ich, nicht zu erwähnen.

 

Neben dem thermischen Bläuen existiert auch die Möglichkeit des chemischen Bläuens. Dieses steht aber bei Herstellern weniger hoch im Kurs, da die mit Bläuungssalz behandelten Werkteile oftmals nicht gänzlich die blaue Farbe annehmen.

 

 

Was bringt das Bläuen?

Für viele Uhrenliebhaber, gerade hochwertiger, mechanischer Uhren, sind gebläute Teile ein absolutes Muss. Doch hat es außer dem besonderen Aussehen einen entscheidenden weiteren Vorteil? Wohl eher nicht.

 

Der oft vielbeschworene positive Nebeneffekt, dass gebläute Stahlteile besser gegen Rost geschützt sind, da es sich eigentlich um eine Oxidschicht des Kohlenstoffstahls handelt, gehört wohl ins Reich der Fantasie. Gebläute Schrauben, Federn oder Wellen rosten genauso so schnell wie andere – nur sehen sie dabei schöner aus.

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