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Wie funktioniert die Uhr? Prüfverfahren bei Uhren

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Bevor Sie eine Uhr überhaupt erwerben können, wird diese erst einmal auf „Herz und Nieren“ geprüft. Je nach Uhrenart und -funktion gibt es deshalb ganz unterschiedliche Prüfverfahren, die ich in meiner Magazin-Serie vorstellen möchte.

Aus meiner Erfahrung als Uhrmacher weiß ich natürlich aus erster Hand, welche die Fragen sind, die einen Käufer vor dem Erwerb einer Uhr umtreiben. Die Frage nach der Wasserdichtigkeit steht da zum Beispiel immer an oberster Stelle. Oder: Wie steht es mit der Ganggenauigkeit?

 

Damit ich bei diesen Fragen jedoch präzise antworten kann, muss ich mich darauf verlassen, was die Hersteller für Angaben zu ihren Uhren machen. Wer nun denken mag, dass diese doch alles über ihre Zeitmesser schreiben könnten, der irrt. Gerade im Bereich Uhren gibt es spezielle Prüfverfahren, die durchgeführt werden müssen, um etwa die Wasserdichtigkeit nachzuweisen oder aber um sich eine Bezeichnung wie etwa Chronometer zu verdienen.

 

Heute nun möchte ich deshalb kurz gängige Prüfverfahren vorstellen, auf welche in den kommenden Ausgaben der Serie „Wie funktioniert die Uhr?“ näher eingegangen werden soll.

 

 

Wasserdichtigkeit

Die Wasserdichtigkeit wird in der Industrienorm DIN 8310 festgeschrieben. Diese Norm beschreibt die verschiedenen Klassen der Wasserdichtigkeit und das Prüfverfahren, mit welchem die Wasserdichtigkeit ermittelt wird. So heißt es in der Norm: „Uhren, die als ‚wasserdicht’ bezeichnet werden, müssen widerstandsfähig gegen Schweiß, Wassertropfen, Regen und so weiter und gegen Eintauchen in Wasser über 30 Minuten und bei einer Wassertiefe von einem Meter sein.“

 

Wichtig ist, dass Aussagen zur Wasserdichtheit immer nur Momentaufnahmen zum Zeitpunkt der Prüfung sind. Durch das Tragen der Uhr und den alltäglichen Verschleiß kann es zur Beschädigung der Dichtungen kommen, was dann dazu führen kann, dass die Wasserdichtigkeit nicht mehr gegeben ist.

 

Ein bekannter, aber aus Sicht eines Fachmanns für die Uhr nicht ungefährlicher Nachweis ist die Kondenswasserprüfung. Zeigt sich während dieser Prüfung ein Kondenswasserniederschlag in der Uhr, ist auf ein undichtes Gehäuse zu schließen. Wenn überhaupt sollte man diese Prüfung nur vom Fachmann durchführen lassen, um Beschädigungen zu vermeiden.

 

 

Ganggenauigkeit

Auch die Ganggenauigkeit einer Uhr kann in der sogenannten Chronometerprüfung bescheinigt werden. Die Kriterien der Prüfung sind äußerst streng, denn sie schreiben eine 15-tägige Kontrolle vor. In dieser Zeit wird die Uhr bei unterschiedlichen Temperaturen und einer Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent geprüft. Immer nach jeweils 24 Stunden wird die Abweichung gemessen, wobei die mittlere tägliche Gangabweichung zwei Sekunden und die größte Gangabweichung fünf Sekunden nicht überschreiten darf.

 

Nur wenn eine Uhr diese Prüfung bei einer autorisierten Prüfstelle erfolgreich bestanden hat, darf sie als Chronometer ausgewiesen werden. Das ausgestellte Zertifikat garantiert dem Besitzer dann höchste Präzision und Verlässlichkeit.

 

 

Weitere Prüfverfahren für Uhren

Natürlich werden nicht nur mechanische Uhren, wie bspw. Automatikuhren, einer Überprüfung der Ganggenauigkeit unterzogen, auch für Quarzuhren gibt es Tests und Testgeräte, die einen exakten Gang überprüfen oder Ungenauigkeiten feststellen können.

Allgemein kann man, glaube ich, sagen, dass folgende Faustregel gilt: Je ausgefeilter die Uhr, umso höher die Ansprüche und Prüfverfahren. Verdeutlichen möchte ich dies am Beispiel der Taucheruhr.

Uhren zum Sporttauchen müssen selbstverständlich nicht nur wasserdicht sein. Taucheruhren unterliegen gesonderten Vorschriften, die in der Industrienorm DIN 8306 zusammengefasst worden sind. Die Norm beinhaltet etwa verschiedene Anforderungen wie zum Beispiel den Kondenswassertest. Auch darf die Uhr nicht durch Salzwasser, Magnetismus oder Stöße Schaden nehmen. Auch wird überprüft, ob die Uhr über eine drehbare Lünette, über genaue Ablesbarkeit unter Wasser sowie über eine gute Bedienbarkeit verfügt. All diese Kriterien müssen vorab in einem Prüfverfahren nachgewiesen werden.

 

Für Uhrmacher macht es dies einfacher. Denn kommt ein Kunde in mein Geschäft und verlangt nach dem Beweis, dass eine Taucheruhr eine Taucheruhr ist, oder ein Chronometer auch wirklich ein Chronometer ist, brauche ich nur auf die entsprechenden, zertifizierten Prüfungen verweisen.

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