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Wie funktioniert die Uhr? Prüfverfahren Teil 1: Wasserdichtigkeit

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Um die Wasserdichtigkeit einer Uhr nachzuweisen, muss diese in einem standardisierten Prüfverfahren kontrolliert werden. Im aktuellen Beitrag zu „Wie funktioniert die Uhr?“ soll dies nun erläutert werden.

Oftmals habe ich an dieser Stelle schon von einigen Erfahrungen aus meiner Praxis als Uhrmacher berichtet. Eine Frage, die gerade im Sommer von meinen Kunden häufig gestellt wird, ist die nach der Wasserdichtigkeit einer Uhr. Klar, nun will man in den Urlaub fahren und sicher sein, dass der geliebte Zeitmesser auch zum Schwimmen im Meer taugt.

 

Ein Irrglaube, der bezüglich der Frage auch immer wieder auftaucht, ist der, dass die Meterangabe auf einer Uhr mit der Tauchtiefe gleichzusetzen ist. Dem ist natürlich nicht so. Vielmehr entspricht die Angabe dem Luftdruck, welcher im Verlauf eines standardisierten Prüfverfahrens zur Wasserdichtigkeit angewendet wird. Grund genug in meinem heutigen Beitrag zu „Wie funktioniert die Uhr?“ mich eingehender mit diesem Verfahren auseinander zusetzen.

 

 

Prüfverfahren zur Wasserdichtigkeit

„Uhren, die als ‚wasserdicht’ bezeichnet werden, müssen widerstandsfähig gegen Schweiß, Wassertropfen, Regen und so weiter und gegen Eintauchen in Wasser über 30 Minuten und bei einer Wassertiefe von einem Meter sein.“ So besagt es die Industrienorm DIN 8310, in welcher die Regelung zur Wasserdichtigkeit festgeschrieben ist.

 

Bei dem Prüfverfahren wird also die Uhr in einen druckdichten Behälter getan, in dem innerhalb von einem bestimmten Zeitraum ein Überdruck erzeugt wird.

 

Um nach diesem „Wasserbad“ zu überprüfen, ob eine Uhr undicht ist, steht die Kondenswasserprüfung zur Verfügung. Hierbei wird die Uhr auf 40 bis 45 Grad Celsius erwärmt. Anschließend wird auf das Uhrenglas ein Wassertropfen oder ein feuchtes Stück Tuch von einer Temperatur von 18 bis 25 Grad Celsius aufgebracht. Zeigt sich nach einer Minute ein Niederschlag auf der Innenseite des Glases, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit auf ein undichtes Gehäuse geschlossen werden.

 

 

Wasserdichtigkeits-Klassifizierungen

Bei den Wasserdichtigkeits-Klassifizierungen unterscheidet man herkömmlicherweise in vier Angaben. Zum einem gibt es die schon erwähnte Bezeichnung „wasserdicht“ bzw. „water resistant“. Welche letztlich nur aussagt, dass diese Uhr Wasserspritzer und etwas Nässe durch Regen abhalten kann. Geht es jedoch um einen höheren Schutz, kommen die drei Klassifizierungsmerkmale 5 Bar, 10 Bar und 20 Bar ins Spiel.

 

Ist eine Uhr auf die Wasserdichtigkeit von 5 Bar geprüft worden, entspricht dies nichts anderes als dem Druck einer theoretischen Wassersäule von 50 Metern, die auf einem Quadratzentimeter der Uhr lastet. Diesem Druck muss die Uhr fünf Minuten aushalten. In der Praxis bedeutet dies, dass die Uhr im täglichen Gebrauch ein Bad in der Wanne oder das Nasswerden beim Händewaschen bestens übersteht.

 

Noch mehr Dichtigkeit versprechen jedoch die Bezeichnungen Klassifizierungsmerkmale 10 Bar bzw. 20 Bar. Hier entspricht der geprüfte Druck der Uhren einer theoretischen Wassersäule von 100 bzw. 200 Metern auf einen Quadratzentimeter der Uhr. Diesen Drücken müssen die Uhren zehn bzw. 20 Minuten standhalten. Eine Uhr mit der Kennzeichnung 10 Bar ist damit bereits geeignet zum Schwimmen oder Schnorcheln. Bei 20 Bar ist mit einer entsprechenden Uhr gar das Freitauchen möglich.

 

Darüber hinaus existieren natürlich auch Uhren, die noch höheren Drücken standhalten – speziell Taucheruhren. Für diese wiederum gilt mit der DIN 8306 eine gesonderte und strengere Industrienorm, bei welcher unter anderem geprüft wird, dass die Uhr nicht durch Salzwasser, Magnetismus oder Stöße Schaden nimmt.

 

 

Momentaufnahmen einer Prüfung

Natürlich sind all die beschriebenen Eigenschaften immer nur Ausdruck des Moments. Was heißen will, dass die Wasserdichtigkeit keine bleibende Eigenschaft ist. Und nur dies ausdrückt, was zum Zeitpunkt des Prüfverfahrens kontrolliert worden ist.

 

Denn eine Uhr unterliegt auch dem natürlichen Alterungsprozess, sie kann durch falsche Bedienung und Verschleiß Schaden nehmen. Auch können extreme Temperaturunterschiede Lösungsmittel oder Kosmetika dazu führen, dass die Dichtungen in der Uhr porös werden.

 

Deshalb rate ich als Uhrmacher meinen Kunden auch immer, in regelmäßigen Abständen die Wasserdichtigkeit überprüfen zu lassen. Denn gerade eine einem liebgewonnen Schmuckstück gilt: Lieber zweimal geprüft, als einmal neu gekauft.

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