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Wie funktioniert die Uhr? Prüfverfahren Teil 2: Chronometerprüfung

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Ganggenauigkeit von Uhren hat einen hohen Stellenwert in der Uhrenindustrie eingenommen, denn „Zeit ist Geld“. Menschen sind auf ganggenaue Uhren angewiesen. Deshalb soll es im zweiten Teil unserer Reihe zu Prüfverfahren um die Chronometer gehen.

Schon mehrmals habe ich mich an dieser Stelle mit den Prüfverfahren für eine Uhr auseinandergesetzt. Denn bevor eine Uhr das Werk des Herstellers verlässt, wird sie dort oder in einer unabhängigen Prüfstelle auf Herz und Nieren überprüft.

 

Ganz nach Preislage und Ausstattung des Zeitmessers können diese Prüfverfahren unterschiedlich ausfallen.

 

 

Was ist ein Chronometer?

Ein Chronometer ist eine besonders präzise Uhr, die neben der Zeitbestimmung früher auch zur Navigation genutzt wurde. Die Ganggenauigkeit einer Uhr kann in der sogenannten Chronometerprüfung bescheinigt werden.

 

Nur wenn eine Uhr diese Prüfung bei einer autorisierten Prüfstelle erfolgreich bestanden hat, darf sie als Chronometer ausgewiesen werden. Das ausgestellte Zertifikat garantiert dem Besitzer dann höchste Präzision und Verlässlichkeit.

 

 

Die Kriterien der Chronometerprüfung

Die Kriterien einer Chronometerprüfung und nach denen eine Prüfstelle prüft, sind in der Industrienorm DIN 8319 festgelegt. Diese schreibt vor, dass eine 15-tägige Kontrolle einer mechanischen Uhr in den fünf Lagen „Krone links“, „Krone oben“, „Krone unten“, „Zifferblatt oben“ und „Zifferblatt unten“ durchzuführen ist.

 

Auch müssen alle zu überprüfenden Uhren in Klimaschränken gedreht und gewendet werden. Über einen Zeitraum von jeweils 24 Stunden werden dann die Abweichungen gemessen und die Werke aufgezogen.

 

Am zehnten Tag der Überprüfung werden weitere Komplikationen der Uhr, zum Beispiel der Chronograph, zugeschaltet. Damit will man testen, welchen Einfluss die Komplikationen auf die Ganggenauigkeit haben.

 

 

Zertifikat für höchste Präzision

Das Zertifikat, welches eine Uhr als Chronometer ausweist, erhält nur die Uhr, deren Abweichung des mittleren täglichen Ganges zwischen minus vier und plus sechs Sekunden beträgt.

 

Dabei darf die mittlere tägliche Gangänderung den Zeitraum von zwei Sekunden und die größte tägliche Gangabweichung den von fünf Sekunden nicht überschreiten.

 

 

Prüfstellen für die Chronometerprüfung

In einer unabhängigen Prüfstelle kann man seinen Chronometer zertifizieren lassen. Die meisten dieser Prüfstellen befinden sich in der Schweiz.

 

Seit dem Jahr 2006 jedoch wurde durch die Firma Wempe/Glashütte in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Mess- und Eichwesen Thüringen (LMET) sowie dem Sächsischen Landesamt für Mess- und Eichwesen (SLME) in Glashütte die einzige deutsche Prüfstelle für Armbandchronometer nach DIN-Norm aufgebaut.

 

 

Exkurs: Die Anfänge der Chronometrie

Der Ursprung der Chronometrie lässt sich im 17. Jahrhundert finden: Auf den Weltmeeren verunglückten zu dieser Zeit viele Schiffe oder sie irrten regelrecht auf den Meeren umher. Das Problem der Navigatoren war, dass sie nur ungefähr ihre Position erahnen konnten, da sich der Längengrad nicht genau bestimmen ließ.

 

Als Lösung sah man die Messung des Zeitunterschiedes zwischen der Uhrzeit im Heimathafen und an Bord. Nur benötigte man dafür einen verlässlichen und tragbaren Schiffschronometer. John Harrison, ein schottischer Tischler, ist es gewesen, dem es letztlich 1759 gelang, ein Gerät zu fertigen, wodurch sich der Längengrad und damit auch die Position des Schiffes weitgehend exakt bestimmen ließen.

 

Dies war der Anfang für immer genauere Chronometer. Und noch heute gibt es Situationen, in denen Menschen sich auf die Ganggenauigkeit einer Uhr verlassen müssen. Gerade deshalb bedarf es einer unabhängigen Prüfstelle sowie eines festgeschriebenen Verfahrens, welches die hohe Präzision gewährleistet.

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